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September/Dezember 2006 BELEUCHTUNGSANLAGEN ALS STROMFRESSER IN UNTERNEHMEN UND ÖFFENTLICHEN GEBÄUDEN Beleuchtungsanlagen verursachen einen nicht unerheblichen Anteil an den Stromkosten von betrieblichen und öffentlichen Gebäuden. Obwohl neuere Lampensysteme effizienter sind als früher bewirkt die Tendenz zu hoheren Beleuchtungsstärken und längeren Brennzeiten kaum Verbrauchs- und Kostensenkungen. Dabei ist es relativ einfach, den Strombedarf für die Beleuchtung um die Hälfte zu verringern. Doch der Reihe nach. Beginnen wir bei der Lichtplanung. Die Lichtplaner dimensionieren die Beleuchtungsanlagen nach den jeweiligen Anforderungen. Aus Angst, dass die geforderte Lichtstärke nicht erreicht wird, legen sie Zuschläge auf. Das wiederum freut auch die Installateure, denn Systeme mit hohen Beleuchtungsstärken sind teurer und steigern den Umsatz. Zudem werden bei der Planung von neuen Beleuchtungsanlagen noch zu oft Glüh- und Halogenlampen anstelle der hocheffizienten Gasentladungslampen eingesetzt. Die Lichtplaner und Installateure interessiert herzlich wenig, wie hoch die Stromkosten bei ihren Kunden sind, denn sie müssen sie ja nicht bezahlen. Ein weiteres Problem liegt bei den Anwendern selbst. Die Tatsache, dass eine einzelne Lampe nur wenige Watt benötigt verleitet zu der Annahme, dass der Betrieb der Beleuchtung wenig kostet. Doch bei einer Vielzahl von Lampen und langen Brennzeiten kann der Verbrauch sehr hoch werden. Unterzähler zur Messung des Verbrauches sind zumeist nicht vorhanden. Auch wird oft "vergessen" die Beleuchtung auszuschalten, wenn sie nicht benötigt wird und nicht selten werden bei einfallenden Sonnenlicht die Jalousien heruntergelassen, aber nicht das Licht ausgeschaltet. Wie lassen sich nun Lichtkosten sparen? Neben dem Einsatz effektiver Lichtsysteme und der Verbesserung des Nutzerverhaltens gibt es auch technische Einrichtungen, die nachträglich installiert werden können. Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren möchte ich nicht näher beschreiben, denn die kennt jeder. Für größere Lichtsystem gibt es dazu spezielle Techniken. Eine einfache Möglichkeit z.B. bei Lichtbändern mit Leuchtstofflampen besteht darin, aufsteckbare Reflektoren anzubringen. Damit wird das ansonsten in alle Richtungen strahlende Licht nach unten gelenkt, wobei sich die Beleuchtungsstärke unter den Lampen etwa verdoppelt. Das bedeutet, es kann jede zweite Lampe entfernt werden ohne dass sich die Beleuchtungsstärke verringert. Damit kann ca 50% Energie gespart werden. Eine weitere Möglichkeit besteht im Einsatz von elektronischen Lichtsteuerungen. Damit wird in Abhängigkeit des Tageslichteinfalles und der am jeweiligen Ort festgelegten Erfordernisse der Lichtstrom elektronisch geregelt oder das Licht automatisch ab- und zugeschaltet. Mit diesen Systemen, die auch für ältere Beleuchtungen geeignet sind, lassen sich ebenfalls bis zu 50% Energiekosten einsparen. Welche Anlagen jeweils geeignet sind und wie wirtschaftlich diese sind muß Fall für Fall entschieden werden. In der Regel amortisieren sich Maßnahmen zur Beleuchtungsoptimierung aber in kurzer Zeit. Interessenten können in unserem Beratungsbüro produktneutral ausführliche Informationen dazu erhalten.
Juli/August 2006 NUR AUßENPUTZ ERNEUERN REICHT NICHT Wer in diesen Tagen durch unseren Landkreis fährt wird es bestimmt schon bemerkt haben: viele Besitzer von Wohnhäusern, aber auch von betrieblichen und öffentlichen Gebäuden nutzen die Sommermonate zu einer Verschönerungskur. Damit werden unsere Städte und Dörfer immer ansehnlicher und attraktiver. Beim genaueren Hinsehen ist jedoch festzustellen, dass sich diese Verschönerungsmaßnahmen oft nur darauf beschränken, den bröckelnden Putz durch neuen, farbigen Putz zu ersetzen. Diese einfache Putzerneuerung ist eine vertane Chance zur Einsparung von Energie und Energiekosten. Denn alte Gebäude, die meist aus 40 bis 50 cm dicken Ziegelwänden bestehen, haben einen sehr hohen Energieverlust, der meist unterschätzt wird. Hier sollte im Zusammenhang mit einer Fassadenerneuerung immer eine Wärmedämmschicht mit angebracht werden. Damit lassen sich die Energiekosten um ca. 30 bis 50% reduzieren. Die Mehrkosten für eine Wärmedämmung sind bei einer anstehenden Fassadenerneuerung relativ gering. Zudem sind dazu Fördermittel erhältlich. Die Dämmung amortisiert sich nach wenigen Jahren. Eine Fassade hält in der Regel 30 Jahre. Wer jetzt die Dämmung nicht anbringt muß - bei weiter steigenden Energiepreisen - also für drei Jahrzehnte hohe Energiekosten in Kauf nehmen. Gebäudebesitzer, die auf die Dämmung verzichten riskieren aber nicht nur hohe Energiekosten. Sie verstoßen auch gegen die neue Energieeinsparverordnung (EnEV). Danach muß bei Gebäuden, deren Außenwände einen U-Wert von mehr als 0,9 W/m²K haben (das trifft für fast alle alten Gebäude zu) bei einer Außenwandsanierung der U-Wert auf 0,35 W/m²K oder kleiner gebracht werden. Das ist nur mit einer Wärmedämmung zu erreichen, keinesfalls aber mit einer einfachen Putzerneuerung (auch nicht mit Wärmedämmputz). Wie ein Gebäude gedämmt werden muß, welche Materialien in welcher Dämmstärke erforderlich sind und wieviel Energiekosten sich damit einsparen lassen, ist gebäudespezifisch verschieden. Um einerseits bauliche Fehler, andererseits aber auch unnötige Ausgaben zu vermeiden, sollte der Gebäudeeigentümer vor Beginn der Fassadenerneuerung immer eine seriöse Gebäudeenergieberatung in Anspruch nehmen.
April/Juni 2006 KLÜNGELN STATT KONKURRIEREN - KEIN WETTBEWERB BEI DEN REGIONALEN ENERGIEVERSORGERN IN SICHT "Die treibt es immer wieder nach Döbeln". Mit diesen Worten begrüßte kürzlich der Geschäftsführer der Döbelner Stadtwerke die Vertreter der Mitgas und der EnviaM anläßlich einer Sponsoringveranstaltung für das Döbelner Heimatfest. Die Döbelner Stadtwerke arbeiten schon seit langem intensiv mit der Mitgas und der EnviaM zusammen. Die Repräsentanten treffen sich regelmäßig, es wurden Vertriebspartnerschaften gebildet, eventorientierte Konzepte entwickelt und gemeinsam verschiedene Projekte gesponsert. Auf den ersten Blick scheint das nichts besonderes zu sein. Doch denkt man weiter, sieht das anders aus. Der Energiemarkt ist liberalisiert, d.h. es gibt einen Wettbewerb der Energieanbieter. Dieser kann aber nur dann funktionieren, wenn die Energieanbieter miteinander konkurrieren. Wenn sie stattdessen miteinander klüngeln ist für die Strom- und Gaskunden nichts gutes zu erwarten. Die Döbelner Stadtwerke haben (wie viele andere Stadtwerke auch) sowohl mit der Mitgas als auch mit der EnviaM langfristige Energielieferverträge abgeschlossen. Damit wird der Einstieg anderer Anbieter als Vorlieferant blockiert. Gerade hat ein Oberlandesgericht einem großen deutschen Energieversorger untersagt, mit Stadtwerken längerfristige Verträge abzuschließen und bestehende Langfristverträge für nichtig erklärt, da diese gegen deutsches und europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen. Bleibt zu hoffen, dass solche Entscheidungen auch in unserer Region getroffen werden um endlich den Weg für mehr Wettbewerb und damit für günstigere Preise zu ebnen. Im übrigen hätte sich die Stadt Döbeln die Spende, die die Energieversorger bei o.g. Veranstaltung für das Heimatfest gesponsert haben, auch selbst erwirtschaften können. Nämlich durch Energiesparen. In den Gebäuden und Amtsstuben der Stadt Döbeln wird noch zu verschwenderisch mit Wärme und Strom umgegangen. Wer mit offenen Augen umhergeht kann das leicht selbst feststellen. Würden diese Energieverschwendungen beseitigt, wären locker mehrere Tausend Euro im Jahr an Energiekosten einzusparen. Das hätte freilich zur Folge, dass die Stadtwerke als Energielieferant der Stadt Döbeln Umsatzverluste hinnehmen müßten, was deren Spendierfreudigkeit vielleicht etwas bremsen würde.
Januar/März 2006 KALTER WINTER - HOHE ENERGIEPREISE - ATTRAKTIVE ENERGIEFÖRDERUNG: BAUSTOFFHÄNDLER UND HEIZUNGSBAUER WITTERN MORGENLUFT Mit hohen Energiekosten wird heute nahezu jeder Energieverbraucher konfrontiert. Gerade zur rechten Zeit wurden dazu neue Förderprogramme zur Finanzierung und Bezuschußung von Energiesparmaßnahmen bekanntgegeben. Ich möchte hier nicht auf die Einzelheiten dieser Förderprogramme eingehen. Dazu gibt es bereits genügend Veröffentlichungen. Aber ein paar Ratschläge an die Energieverbraucher seien gestattet. Konkurrenzlos günstige Kredite mit einem Zinssatz von nur einem Prozent, in Aussicht gestellte Teilschulderlasse und nicht rückzahlbare Zuschüsse werden den Energieverbrauchern angeboten. Damit soll die Durchführung von Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauches und der Energiekosten angeschoben werden. Zusätzlich sollen damit die Auftragslage des Baustoffhandels und der Handwerksbetriebe der Region verbessert und damit Arbeitsplätze erhalten bleiben. Alles in allem sind das begrüßenswerte Vorhaben. Doch der Energieverbraucher sollte wissen, dass es in diesem Bereich auch einen unerbittlichen Konkurrenzkampf gibt. Die verschiedenartigsten Dämmstoffe und Dämmverfahren werden angeboten. Auch bei Anlagen zur Beheizung, Warmwasserbereitung und Nutzung erneuerbarer Energien gibt es unterschiedliche technische Lösungen und Verfahren. Jeder Anbieter schwört dabei auf die von ihm gerade angebotenen Produkte und Leistungen. Der Verbraucher wird dabei enorm verunsichert. Wenn man die fast täglich erscheinenden Angebote für Energiesparprodukte liest könnte man manchmal den Eindruck gewinnen, dass nur mit diesem Produkt und keinem anderen die Forderungen der Energieeinsparverordnung eingehalten werden und die Bedingungen für die Beantragung von Fördermitteln vorliegen. Falsche, halbwahre oder aus dem Zusammenhang gerissene Formulierungen von Gesetzestexten oder Förderrichtlinien sind dabei an der Tagesordnung. Die Alarmglocken läuten sollten bei den Verbrauchern auch, wenn z.B. regionale Baustoffhändler Energieberatungen oder die Erstellung von Gebäudeenergiepässen anbieten. Es liegt dabei auf der Hand, dass bei den damit gegebenen Sanierungsempfehlungen nur die eigenen Produkte einbezogen werden. Damit wird der Verbraucher nicht objektiv informiert und beraten. Man muß auch wissen, dass der Baustoffhandel nur vorübergehend und zu Testzwecken von der Deutschen Energieagentur die Berechtigung zur Erstellung von Energiepässen erhielt. Ob diese Regelung mit der bevorstehenden Verabschiedung der neuen Energieeeinsparverordnung 2006 weiterhin Bestand haben wird steht derzeit noch nicht fest. Die Energieverbraucher haben ein Recht auf eine unabhängige und produktneutrale Energieberatung. Dazu kann das Förderprogramm "Energiesparberatung vor Ort" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BAFA) genutzt werden. Das BAFA gibt dabei einen Beratungskostenzuschuss bis zu 400 Euro für Beratungen zur Dämmung und Heizungsmodernisierung von bestehenden Gebäuden. Wer solche Beratungen durchführt kann beim BAFA oder bei Verbraucherberatungsstellen erfragt werden.
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